VIAC administriert künftig auch nationale Verfahren

Mit dem Beschluss der WKG-Novelle am 17.5.2017 (BGBl. I Nr. 73/2017 vom 19.6.2017) geht ein von VIAC langgehegter Wunsch in Erfüllung: Künftig können Parteien auch in rein nationalen Streitfällen seine Zuständigkeit vereinbaren. Die Verpflichtung, solche Fälle an die zuständige Landeskammer weiter zu verweisen, sofern sich nicht zumindest ein „internationaler Charakter“ der Streitigkeit nachweisen lässt (bisher: Art 1 Abs 3 Wiener Regeln bzw § 139 Abs 2 WKG), entfällt. In Zukunft steht es den Parteien in rein nationalen Fällen frei, zwischen der Schiedsinstitution einer Landeskammer und VIAC frei zu wählen und in ihrer Schiedsvereinbarung die jeweils für den Einzelfall besser passendere Institution zu vereinbaren. Internationale Fälle werden auch weiterhin ausschließlich von VIAC administriert.

Die Wiener Regeln werden gerade entsprechend überarbeitet. Zudem wurde eine sprachliche Klarstellung vorgenommen: im Deutschen wird VIAC nun zukünftig als „Internationale Schiedsinstitution der Wirtschaftskammer Österreich“ bezeichnet (und nicht mehr als „Schiedsgericht“,  der ja für das tatsächliche Entscheidungsorgan gebräuchlich ist).