WIENER MEDIATIONSREGELN

Die Wiener Mediationsregeln traten am 1. Jänner 2016 in Kraft. Da diese Regeln nicht nur auf Mediationen sondern generell auf ADR-Verfahren (amicable dispute resolution) hin ausgerichtet sind, können damit sämtliche Verfahren der gütlichen Streitbeilegung administriert werden, sofern sie von einem neutralen Dritten unterstützt werden.

Das Leitprinzip der Mediationsregeln ist die Parteiautonomie. Es war ein wichtiges Ziel der Regeln, bestimmte Mindeststandards vorzugeben, die dann zur Anwendung kommen, wenn sich die Parteien nicht auf Rahmenbedingungen für die Durchführung des Verfahrens einigen können. Darüber hinaus sollen die Regeln die Parteien auch für bestimmte Fragen und Themen sensibilisieren, die sie beim Verfassen mehrstufiger Streitbeilegungsklauseln sowie im Vorfeld eines Verfahrens berücksichtigen sollten. Ein weiteres Ziel war es, eine One-Stop-Shop-Lösung für multi-tier-Verfahren anzubieten, die insbesondere auch mit Schiedsverfahren kompatibel ist, um für jene Fälle vorzusorgen, in denen Parteien sich im Rahmen von VIAC-Verfahren mehr als eine Methode der alternativen Streitbeilegung nützen möchten.

Die Durchführung von institutionell administrierten ADR-Verfahren bietet den Parteien eine Reihe von Vorteilen: sie profitieren von der Erfahrung und der Expertise der Institution hinsichtlich der gewählten ADR-Methode und deren professioneller und erfolgreicher Durchführung; die Institution dient auch als Garant in Fragen der Qualitätssicherung; auch die Vertraulichkeit des Prozesses bleibt gewährleistet.

Die CDRC IBA-VIAC Mediation Competition (www.cdrcvienna.org), die Ende Juni 2017 zum dritten Mal in Wien stattfanden, verwendeten die Wiener Mediationsegeln als anwendbare Verfahrensregeln.

Wie ein Mediationsverfahren gemäß den Wiener Regeln durchgeführt wird, können Sie anhand des folgenden Flow-Charts sehen.

Flowchart Mediation D